Aktualisierte Empfehlungen zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe in der Schweiz, 2015

logoSwissnoso Empfehlungen zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe (AMP) wurden erstmalig im Jahr 2000 publiziert (1). Seither haben verschiedene Fachgesellschaften und Organisationen ihre AMP Richtlinien überarbeitet, insbesondere mit aktualisierten Empfehlungen für den Zeitpunkt der Verabreichung, die Wahl des Antibiotikums und dessen Dosierung (inkl. Gewichtsadaptierung), intraoperative Dosiswiederholungen und Dauer der Prophylaxe (2-6). Aus diesen Gründen ist auch eine Aktualisierung der Swissnoso Richtlinien angezeigt, die diese Erkenntnisse und Empfehlungen miteinschliesst.

Postoperative Wundinfektionen (SSI) sind eine wichtige Ursache von Morbidität, Mortalität und gesteigerten Gesundheitskosten. Die Kosten einer einzelnen SSI belaufen sich in der Schweiz auf zwischen 2’500 CHF (oberflächliche Infektionen der Inzision) und 40’000 CHF (Organ/Hohlrauminfektionen) in der Viszeralchirurgie, Gefässchirurgie und Traumatologie (7).

Verschiedene Faktoren haben einen Einfluss auf die SSI Rate, wie z.B. die Adhärenz zu den spitalhygienischen Standardmassnahmen, die Erfahrung und Technik des Chirurgen, die Eingriffsdauer, Umgebungsfaktoren im Spital und im Operationssaal, Instrumentensterilisation, Operationsvorbereitung (Hautantisepsis, Methode der Haarentfernung), peri- und postoperative Temperatur und Glucosekontrolle und die zugrundeliegenden Krankheitsfaktoren des Patienten (8). Patientenbezogene Faktoren mit erhöhtem SSI Risiko sind Altersextreme, Kachexie, Adipositas, Diabetes mellitus, Nikotinabusus, gleichzeitige Infektionen ausserhalb des Operationsgebiets, geschwächte Immunabwehr, kürzliche chirurgische Eingriffe, die Dauer der Hospitalisation vor Operation und die Kolonisation mit resistenten Mikroorganismen.

Obwohl die Wichtigkeit dieser Faktoren und deren Einfluss auf die SSI Raten offensichtlich ist, beschränken sich die folgenden Empfehlungen hauptsächlich auf den optimalen prophylaktischen Gebrauch von antimikrobiellen Substanzen.
Diese vorläufigen Empfehlungen dienen als Basis für das Swissnoso Surgical Site Infection Interventionsmodul. Schweizerische medizinische Fachgesellschaften, welche diese Empfehlungen betrifft, werden eingeladen, ihre Kommentare und Verbesserungsvorschläge einzureichen, welche dann in einer späteren, finalen Version synthetisiert und in der Folge als Konsensus-Richtlinien publiziert werden.

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