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Ambulantes Wundmanagement kann Heilungschancen steigern

Unter diesem Titel publiziert die ÄrzteZeitung von Springer einen Artikel. Im Mittelpunkt stehen chronische Beinwunden, die oftmals auf Diabetes mellitus zurückzuführen sind.

Die AOK Nordost (Gesundheitskasse für Berlin) eröffnete 2015 ein eigenes auf ambulantes Wundmanagement spezialisiertes Zentrum.  Von 100 behandelten Patienten wiesen 80% einen wesentlichen besseren Verlauf der Genesung auf.  Einige der schlecht heilenden Wunden heilten so sogar ganz.

Der Zentrumsleiter Rainer Schmidt ist überzeugt, dass eine professionelle Wundversorgung den Heilungsverlauf verkürzt, Rückfälle vermieden und zusätzliche Spitalaufenthalte vermeidbar sind.

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Revolutionäre Innovation im Bereich der Wundheilung

Cinogy(PresseBox) (Hildesheim, 21.03.2016) Für die Entwicklung einer plasmabasierten Wundauflage hat heute Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies einen Förderbescheid in Höhe von 724.400 Euro an das Duderstädter Unternehmen CINOGY –  eine Ausgründung der HAWK –  überreicht. Das kleine und mittelständische Unternehmen ist Innovationsführer im Bereich der Plasmamedizin und entwickelt Verfahren und Produkte im Bereich der medizinischen Wundversorgung. Die aktuelle Förderung soll helfen, eine plasmabasierte, wundheilende und keimbekämpfende Wundauflage zu entwickeln. Dabei arbeitet das Duderstädter Unternehmen eng mit dem Fraunhofer Anwendungszentrum für Plasma und Photonik in Göttingen zusammen, das von HAWK-Vizepräsident Prof. apl. Prof. Dr. Wolfgang Viöl geleitet wird.

Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Innovationen sind der Schlüssel für die Zukunft. Das gilt ganz besonders für kleine und mittlere Unternehmen. Egal in welcher Branche – wer auch in Zukunft gute Geschäfte machen will, muss sich neuen Herausforderungen und Kundenwünschen stellen und dafür Lösungen entwickeln. Mit unserem neuen Innovationsförderprogramm unterstützen wir deshalb Unternehmen, wenn sie neue vermarktbare Produkte, Produktionsverfahren oder Dienstleistungen schaffen wollen. Die Entwicklung einer neuen plasmabasierten Wundauflage ist revolutionär. Bei dem Projektvorhaben handelt es sich um ein Projekt mit außerordentlicher Strahlkraft für die ganze Region.“

Mit Hilfe der Plasma-Technologie lassen sich Wundheilungsprozesse aktivieren und anstoßen. Insbesondere Menschen mit chronischen Wunden wie z.B. „offenen Beinen“ und Hautproblemen können von dem neuen Verfahren profitieren. Erst vor kurzem brachten die Duderstädter für den klinischen Bereich ein medizinisches Gerät zur Wundheilung auf den Markt, das sie gemeinsam mit Hochschule HAWK am Standort Göttingen und dem Anwendungszentrum des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig entwickelt haben. „Das Gerät stimuliert die Durchblutung, aktiviert und verbessert die Wundheilung und tötet selbst multiresistente Keime ab. Die Behandlung ist sicher und schmerzfrei“, erklärt der Ideengeber Prof. apl. Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Leiter des Anwendungszentrums und Vizepräsident der HAWK. Jetzt möchte das Unternehmen einen Schritt weiter gehen und gemeinsam mit dem  Fraunhofer IST marktfähige Wundauflagen entwickeln, die gleichzeitig zur modernen Wundversorgung eine lokale Plasmabehandlung der Wunde ermöglichen.

Minister Olaf Lies: „Die Plasmatechnologie verfügt über ein enormes Therapiepotenzial in der medizinischen Wundversorgung. Der Anwendungsbereich von Wundauflagen mit Plasma erscheint sehr groß und besitzt eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Das Projekt hilft, das Profil der Region Göttingen-Duderstadt im Bereich der Medizintechnik zu schärfen und schafft hochwertige Arbeitsplätze. Ziel muss es sein, die Wundauflagen für den Massenmarkt zu entwickeln.“

Dr. Dirk Wandke, Geschäftsführer der CINOGY GmbH, setzt große Hoffnung in das geförderte Projekt: „Neben der Weiterentwicklung der Technologie ist es uns auch ein wichtiges Anliegen, die Erstattungsfähigkeit durch die Krankenkassen zu vereinfachen. Bisher müssen Einzelfallentscheidungen beantragt werden. Eine durchgängige Erstattung der gesetzlichen Krankenkassen wäre für viele Patienten eine große Erleichterung und ist eine wichtige Voraussetzung für eine breite Marktdurchdringung.“

Das Projekt ist das erste, das von dem neuen vom Land aufgestellten Innovationsförderprogramm für Forschung und Entwicklung in Unternehmen profitiert. Mit Zuschüssen und Darlehen unterstützt das Land gezielt Forschung und Entwicklung in niedersächsischen Unternehmen. Bis 2020 stellt das Land dafür rund 50 Millionen Euro an EFRE-Mitteln für die Förderung bereit, die eine Hälfte als Zuschüsse, die andere als Darlehen.

Nano Cellulosefasern und Silber fördern die Wundheilung bei Diabetes

Wundheilungsstörungen sind häufige Komplikation bei Diabetes mellitus. Oftmals sind damit offne Beine Begleiterscheinungen. Verschiedene Forscher des medizinischen Institutes der Alexandria Universität Ägypten verfolgen einen vielversprechenden Ansatz. In einem Forschungsprojekt wurde an Diabetik erkrankten Mäusen antibakterielle Nanofasern getestet. Elektronisch gewobene mit Silber-Ionen durchsetzte Cellulose Nanofasern dienten als Wundauflage. Mit dieser Technik konnte der Wundheilungsprozess bei den Mäusen erheblich beschleunigt werden. In der histopathologischen Untersuchung zeigte sich, dass die Konzentration der Silberionen ein entscheidender Faktor ist.

Weitere Informationen: http://www.inderscienceonline.com/doi/abs/10.1504/IJNP.2015.070346

Plasma lässt Wunden schneller heilen

Forschung Kompakt – Sonderausgabe 8.6.2015

Hauterkrankungen machen vielen Menschen zu schaffen. Ein häufiges Problem sind offene Wunden – vor allem ältere Menschen sind betroffen. Die neue medizintechnische Lösung PlasmaDerm setzt Plasma ein, damit die Verletzungen schneller heilen.

Preis Technik für Menschen 2015 PlasmaDerm - Therapie zur Behandlung von Hauterkrankungen Dr. Andreas Helmke, Dr. Dirk Wandke (Cinogy GmbH), Prof. Wolfgang Viöl und Prof. Steffen Emmert (Universitätsmedizin Göttingen) die Heilung von Wunden beschleunigen (v.l.n.r.).
Preis Technik für Menschen 2015
PlasmaDerm – Therapie zur Behandlung von Hauterkrankungen
Dr. Andreas Helmke, Dr. Dirk Wandke (Cinogy GmbH), Prof. Wolfgang Viöl und Prof. Steffen Emmert (Universitätsmedizin Göttingen) die Heilung von Wunden beschleunigen (v.l.n.r.). © Dirk Mahler/Fraunhofer

Hauterkrankungen gehören hierzulande zu den Volkskrankheiten. Neurodermitis, Schuppenflechte oder das sogenannte »offene Bein«, hervorgerufen durch Diabetes oder Krampfadern, verursachen bei Patientinnen und Patienten oft jahrelange Leiden. Dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig ist es in Kooperation mit dem Unternehmen Cinogy und der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen gelungen, die neuartige Medizintechniklösung PlasmaDerm zur Therapie von Wunden und Hautkrankheiten zu entwickeln. Plasma, unmittelbar auf der Haut erzeugt, fördert dabei die Wundheilung.

»Es ruft so ein kaum spürbares leichtes Kribbeln auf der Haut hervor«, erklärt Prof. Wolfgang Viöl vom IST, während er mit einem Apparat in Form und Größe einer Taschenlampe in kleinen Kreisbewegungen über seinen Handrücken fährt. An der Spitze des Apparats, den er nur knapp über der Haut hält, sieht man einen unscheinbaren lila Nebel: Plasma – ein ionisiertes Gas.

Das Neue an PlasmaDerm: Ein Team aus Medizinern, Biologen, Physikern und Ingenieuren entwickelte ein Gerät, das erstmals nicht-thermisches, also »kaltes« Plasma bei atmosphärischem Druck direkt auf der Haut erzeugt. Beim patentierten Verfahren wird die Elektrode der Apparatur nahe an die Haut herangeführt. Die Haut wirkt elektrisch als Gegenelektrode. Werden Hochspannungspulse aktiviert, wandeln elektrische Felder die Luft zwischen Elektrode und Haut in nicht-thermisches Plasma.
PlasmaDerm wirkt schmerzfrei und sicher

Da »kaltes« Plasma bisher nicht am Menschen angewandt wurde, kam dem IST die zentrale Aufgabe zu, die Verfahrenssicherheit zu bewerten. »Wir haben eine Risiko-Nutzen-Analyse durchgeführt. Die Auswertung aller chemischen und physikalischen Parameter lassen den Schluss zu, dass es keine Bedenken gibt, das Plasma am Menschen einzusetzen«, erläutert Dr. Andreas Helmke das Vorgehen am IST.

Antiseptische Wirkung und eine verbesserte Wundheilung konnten im Rahmen einer klinischen Studie von Prof. Steffen Emmert an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen nachgewiesen werden. Den größten Vorteil der Anwendung sieht Prof. Emmert darin, »dass nicht-thermisches Plasma die Mechanismen verschiedener Therapien vereint. Es gibt bereits UV-, Ozon- oder Elektrotherapien. Durch Plasma erreichen wir jedoch eine bessere Wirkung in kürzerer Zeit.« Plasma reduziert die Zahl von Keimen auf der Oberfläche der Haut und erhöht durch das elektrische Feld gleichzeitig die Mikrozirkulation der Haut, wodurch sie besser mit Sauerstoff versorgt wird. Dies sind entscheidende Faktoren zur besseren Heilung von Wunden.

Um die Anwendung flexibel einzusetzen, war es notwendig, ein tragbares Gerät zu entwickeln. Dies gelang in Kooperation mit Cinogy. »Wir mussten einen Apparat entwickeln, der klein ist, aber hohe Spannungen erzeugt. Das Ergebnis ist nun nur etwa so groß wie ein Laptop und kann über eine normale Steckdose mit 100 bis 230 Volt betrieben werden«, beschreibt Dr. Dirk Wandke, Geschäftsführer bei Cinogy, die größte Herausforderung. Mittlerweile wird PlasmaDerm europaweit vertrieben.

Mit PlasmaDerm verbindet Prof. Viöl eine Vision. »Wenn ein Kind mit dem Skateboard stürzt, dann stell ich mir vor, dass die Mutter die Wunde in Zukunft zuhause mit einem kleinen PlasmaDerm-Stick behandelt und nicht mehr mit Jod. Oder, dass das Gerät selbst misst, was mit der erkrankten Haut nicht in Ordnung ist, um anschließend die Dosis einzustellen und die physikalische Therapie zu starten.«

Für die Entwicklung von PlasmaDerm erhalten Prof. Wolfgang Viöl, Dr. Andreas Helmke, Prof. Steffen Emmert und Dr. Dirk Wandke den Fraunhofer-Preis Technik für den Menschen.

Weiter Informationen, Links zu Audio und Videobeiträgen [frauenhofer.de]

Forscher entdecken, warum Wunden bei Diabtikerinnen und Diabetikern langsamer heilen

Amerikanische Forscher, Zhang und andere, haben entdeckt, warum offene Wunden bei Diabtikerinnen und Diabetiker nur sehr langsam heilen. Bei Diabetikern können schon kleine Kratzer oder Schürfungen zu offenen Wunden führen. Die langsame Wundheilung wird gemäss amerikanischer Wissenschaftler durch das Protein FOXO1 verursacht. In der Regel aktiviert FOXO1 den Heilungsprozess. Zellen (Keratinozyten) wandern in die Wunde ein und bilden eine erste Schutzschicht. Bei Diabtikern verhindert FOXO1 das Andocken an TGFB1 Promoter und verlangsamt so die Bildung Keratinozyten. Durch Insulingabe oder die Dämpfung von FOXO1 wird die Wundheilung schneller aktiviert.

Herausgefunden haben die Forscher den Zusammenhang an einer Versuchanordung mit Mäusen. Verschiedene Gruppen, mit und ohne Diabetes wurden untersucht. Nach dem bei einer Kontrollgruppe mit Diabetes die Menge von FOXO1 reduziert wurde, resultierte ebenfalls ein schnellerer Heilungsverlauf.

Die Autoren der Studie: Zhang, C., et al. 2015. J. Cell Biol. doi: 10,1083 / jcb.201409032